Geschichte der Augendiagnose

Von den Chaldäern...

Die diagnostische Methode, Erkrankungen aus dem Auge abzulesen, ist schon lange bekannt und geht bis ins Altertum zurück. Bereits die Chaldäer (um 1000 v. Chr.) konnten Krankheiten aus dem Auge ablesen. Die Ärzte Griechenlands und Roms folgten ihrem Beispiel.

Über die Anwendung der diagnostischen Methode im Mittelalter ist leider nichts bekannt.

Erst 1670 beschreibt Meyens in seiner "Physiognomia medica" eine Organeinteilung der Iris nach Körperregionen.

Der Wiener Augenarzt und Inhaber des ersten Lehrstuhls für Augenheilkunde, Georg Joseph Beer (1763 - 1821), der von diesen Dingen nichts wusste, schreibt dennoch in seinem Lehrbuch über Augenkrankheiten: "Alles, was auf den Organismus eines Individuums einwirkt, kann nicht ohne Einwirkung auf das Auge bleiben und so umgekehrt."

Im Jahr 1881 veröffentlichte der ungarische Arzt von Pèczely eine Anleitung zur Augendiagnose mit Irisschlüssel unter dem Titel: "Entdeckung auf dem Gebiete der Natur- und Heilkunde, Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge."

Zwölf Jahre später publizierte der in Schweden lebende Pfarrer Liljequist seine Untersuchungen zur Augendiagnose unter dem Titel "Diagnose aus den Augen."

...über Felke...

Wesentlich weiterentwickelt wurde dieses Diagnoseverfahren dann im vergangenen Jahrhundert vor allen Dingen vom "Lehmpastor" Emanuel Felke (1856 - 1926). An ihn wendete sich Magdalene Madaus (1857 - 1927) zunächst als Patientin. Durch den guten Heilerfolg Felkes überzeugt, wurde sie seine begeisterte Schülerin. Felke machte sie schließlich auch mit der Augendiagnose vertraut: Sie übernahm seine Idee, das 'Rezept aus dem Auge'. Die erste Auflage ihres Lehrbuches über Augendiagnose erschien 1916 in Bonn.

Magdalene Madaus und ihre Tochter Eva Flink (1886 - 1959) gründeten in Dresden eine Schule für Iridologen. Auch der spätere Begründer des Uslarer Kreises, Ernst Hugo Kabisch (1900 - 1984), war Hospitant bei Eva Flink. Er hatte sie in "Flinks Lehrinstitut System Madaus" in Dresden-Striesen kennengelernt und gehörte von 1928 bis 1939 zu ihren Schülern. Er brachte als erster die Augendiagnose in ein gut überschaubares System. Ihm ging es jedoch nicht nur um die Diagnose, sondern auch um die Therapie.

...bis in die Gegenwart

Kabisch verfeinerte die Methode, das "Rezept aus dem Auge" abzulesen, indem er die Bedeutung der Irispigmente erforschte und in seine Betrachtungen mit einbezog. Als erster Augendiagnostiker gab Kabisch eine Pigmenttafel heraus, die von grundlegender Bedeutung für alle wurde, die diese Methode anwandten. Kabischs Wunsch war es, die gesammelten Erfahrungen und die in einem reichen, der Heilkunde gewidmeten Leben gewonnenen Erkenntnisse den Kolleginnen und Kollegen zugänglich zu machen.

Seit nunmehr über 45 Jahren vermitteln im Uslarer Kreis erfahrene Diagnostiker und Therapeuten ihr Wissen über die Augendiagnose und die Oligoplex-Therapie.